{"id":252,"date":"2013-07-15T10:44:46","date_gmt":"2013-07-15T08:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schallhorn.com\/wordpress\/?p=252"},"modified":"2013-08-07T15:40:55","modified_gmt":"2013-08-07T13:40:55","slug":"eroffnung-des-30-deutschen-schulgeographentages-bremen-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schallhorn.com\/?p=252","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnung des 30. Deutschen Schulgeographentages Bremen 2006"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Begr\u00fc\u00dfung und Er\u00f6ffnung durch<\/b><\/p>\n<p><b>Dr. Eberhard Schallhorn, 1. Vorsitzender VDSG<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>(Ausz\u00fcge)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verehrte Ehreng\u00e4ste,<br \/>\nsehr geehrte Damen und Herren,<br \/>\nliebe Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p>f\u00fcr den Verband Deutscher Schulgeographen erkl\u00e4re ich den 30. Deutschen Schulgeographentag in Bremen 2006 unter dem Motto<\/p>\n<p>\u201eButen und Binnen \u2013 Wagen un Winnen \u2013 in Bremen\u00a0 Geographie erleben\u201c f\u00fcr er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen 30. Deutschen Schulgeographentag hat der Pr\u00e4sident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Herr B\u00fcrgermeister B\u00f6hrnsen, die Schirmherrschaft \u00fcbernommen. Wir danken ihm daf\u00fcr, f\u00fchlen wir uns doch so gleichsam umsorgt und eingebettet in das Bremer Umfeld. Sein Senator f\u00fcr Bildung und Wissenschaft, Herr Willi Lemke, bescheinigt uns in seinem Gru\u00dfwort zum Schulgeographentag, dass wir ein Fach vertreten, (ich zitiere) \u201edas in der Schule auf eine lange Tradition zur\u00fcckblickt und heute nichts an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft hat. Die in Ihrem \u2013 also: unserem &#8211; Fach selbstverst\u00e4ndliche Verkn\u00fcpfung von natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen ist hoch modern und gewinnt \u2013 insbesondere seit der UN-Umweltkonferenz von Rio \u2013 durch die Diskussion um Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung.\u201c(Ende des Zitats)<\/p>\n<p>Das ist richtig erkannt, und wir h\u00f6ren es gerne: Die der Fachwissenschaft wie dem Schulfach Geographie immanente Verkn\u00fcpfung von natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen ist hoch modern und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Allein, es fehlt der Glaube: Mangelt es\u00a0 in Deutschlands Schulen doch immer noch an der ad\u00e4quaten Stundenausstattung mit geographischem Fachunterricht.<\/p>\n<p>Ad\u00e4quate Ausstattung w\u00fcrde bedeuten, dass Geographie in allen Jahrgangsstufen und in allen Schularten mit mindestens zwei Wochenstunden unterrichtet wird. Das ist in den Schulen der deutschen L\u00e4ndern bisher nicht verwirklicht. So lange ich jedoch in der Verbandsarbeit engagiert bin, auf Landes- und auf Bundesebene immerhin seit nunmehr 24 Jahren, besteht diese Forderung\u00a0 &#8211; und ich habe sie bereits von meinen verehrten Vorg\u00e4ngern im Amt des 1. Vorsitzenden dieses Verbandes \u00fcbernommen. Sie ist deshalb nicht falsch, sondern bleibt v\u00f6llig richtig und entspricht internationalem Standard. Wir m\u00f6gen auch durchaus hier und da Erfolge hin zu diesem Ziel erreicht haben, die dann allerdings oft durch Misserfolge woanders kompensiert wurden &#8211; insgesamt bietet sich weiterhin ein gespaltenes Bild:<\/p>\n<p>Einerseits wird allseits anerkannt, dass die Inhalte der Geographie unverzichtbare Bildungsinhalte in der Schule sind. Andererseits wird genau so allseits am Bestand des Schulfachs Geographie ger\u00fcttelt und ges\u00e4gt, und Ausnahmen best\u00e4tigen hier nur die Regel. Traditionelle Inhalte der Geographie, und oft gerade die, die die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von unserem Fach am st\u00e4rksten ansprechen, verschwinden in anderen F\u00e4chern oder in \u00fcberfachlichen Bereichen &#8211; manchmal v\u00f6llig.<\/p>\n<p>Vielleicht kann unser aller Ziel, die geographische Bildung zu verbessern, heute nicht mehr nur am Schulfach festgezurrt werden.<\/p>\n<p>Es gibt eine Vielzahl von Bereichen in der Schule und in der \u00d6ffentlichkeit in unserem Umfeld, die durch unsere aktive Mitwirkung zur geographischen Bildung nicht nur unser Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler beitragen k\u00f6nnen (&#8230;).<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>informieren, reflektieren, orientieren &#8211; auch dieser Deutsche Schulgeographentag\u00a0 soll Ihnen das bieten und erm\u00f6glichen, was auf dem Schulgeographentagsbanner fixiert ist:<\/p>\n<p>Sie, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sollen sich<\/p>\n<p>&#8211; \u00fcber den Stand der Schulgeographie in Praxis und Theorie informieren k\u00f6nnen, um \u00fcber das breite Spektrum von Unterrichtsinhalten,<\/p>\n<p>-m\u00f6glichkeiten und -materialien Bescheid zu wissen und es f\u00fcr den eigenen Unterricht zu nutzen. Ich bitte Sie, Ihre hier gewonnenen Kenntnisse an die Kollegenschaft in der eigenen Schule weiter zu geben und \u00fcber diesen Schulgeographentag zu berichten.<\/p>\n<p>&#8211; Sie sollen in der Diskussion mit Gleichgesinnten und fachlich gleicherma\u00dfen wie Sie Engagierten die M\u00f6glichkeit finden, den Stand und die Aufgaben der Schulgeographie sowie ihren eigenen Unterricht zu reflektieren, um durch Evaluation und Korrektur neue Sicherheit und Zuversicht f\u00fcr ihren Unterricht und in ihrem Beruf zu finden, und<\/p>\n<p>&#8211; Sie sollen sich \u00fcber den aktuellen Stand des Schulfachs Geographie und von Schule allgemein orientieren k\u00f6nnen, um ihren Unterricht zeitgem\u00e4\u00df den fachlichen, methodischen und p\u00e4dagogischen Erfordernissen unter Ber\u00fccksichtigung der Kultusvorschriften ihres Landes anzupassen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass Ihnen das alles zu Ihrer Zufriedenheit gelingen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Die f\u00fcr ein in der Stundentafel relativ gering vertretenes Schulfach eigentlich ansehnlich gro\u00dfe Anzahl von Lehrb\u00fcchern, Atlanten und anderen Unterrichtsmaterialien f\u00fcr das Fach Geographie gibt beredtes Zeugnis ab von der Attraktivit\u00e4t und Aktualit\u00e4t unseres Faches. Wir stellen mit Erstaunen und Freude fest, dass jede neue Ausgabe farbiger, informativer, lebendiger wird. Wir alle m\u00fcssen in diesen Zeiten aber aufpassen, dass wir nicht durch die besonderen, oft sehr raschen, wenn nicht gar manchmal \u00fcbereilten Aktivit\u00e4ten von Kultusbeh\u00f6rden und Rechtschreibkommissionen dazu verleitet werden, Schulb\u00fccher herauszugeben, bei denen die Zeit zur sorgf\u00e4ltigen Durchsicht fehlte. Alle, die Schulb\u00fccher herstellen, m\u00fcssen <span style=\"text-decoration: underline;\">auch<\/span> sehen, dass der finanzielle Spielraum f\u00fcr Lehr- und Lernmittel, den Schulen und Kommunen haben, inzwischen ausgereizt ist.<\/p>\n<p>In meinen Dank schlie\u00dfe ich ausdr\u00fccklich die Angeh\u00f6rigen, Freundinnen und Freunde all derer ein, die an der Vorbereitung dieses Kongresses beteiligt waren und nun beim guten Gelingen helfen. Sie mussten und m\u00fcssen noch Verzicht \u00fcben, denn das ehrenamtliche Engagement f\u00fcr den Deutschen Schulgeographentag zus\u00e4tzlich zu der t\u00e4glichen Belastung durch den Hauptberuf kostete und kostet Stunden, die bisher zur freien Verf\u00fcgung standen. Herzlichen Dank f\u00fcr Ihr Verst\u00e4ndnis und Ihre Geduld!<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>dieser Kongress ist auf die Schule hin orientiert, wo der Grundstein gelegt wird f\u00fcr den Erfolg und die Anerkennung der Disziplin Geographie insgesamt.<\/p>\n<p>Die deutsche Hochschulgeographie und die anderen Teilverb\u00e4nde der deutschen Geographie, die in der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Geographie verbunden sind, auch die anderen Geowissenschaften und die geowissenschaftlichen Fakult\u00e4ten der deutschen Hochschulen haben inzwischen immer\u00a0 mehr verstanden: Ohne eine starke und lebendige Schulgeographie schw\u00e4chelt die deutsche Geographie insgesamt.<\/p>\n<p>Genau so, wie eine starke Schulgeographie die anderen Bereiche der Geographie positiv beeinflussen kann, wirken die Hochschul- und die angewandte Geographie sowie die Geographiedidaktik an den wissenschaftlichen und p\u00e4dagogischen Hochschulen sowie den Lehrerausbildungsseminaren durch die Qualit\u00e4t ihrer Arbeit und durch ihre \u00d6ffentlichkeitsarbeit entscheidend auf die Schulgeographie zur\u00fcck. Wir sollten aber die Ohren spitzen, wenn beispielsweise den Sozialwissenschaften in der Presse und in kulturwissenschaftlichen Publikationen bescheinigt wird, dass ihre wichtigen Meinungen in der \u00d6ffentlichkeit kein Geh\u00f6r finden, weil ihre \u2013 d.h.: unsere \u2013 Sprache, durchsetzt mit Fachbegriffen und fachspezifisch definierten Ausdr\u00fccken der \u201eNormalsprache\u201c, von der \u00d6ffentlichkeit nicht verstanden wird.<\/p>\n<p>Zugleich m\u00fcssen wir uns selbst dazu bereit finden, mit unseren Anliegen in die \u00d6ffentlichkeit zu gehen \u2013 die deutsche wissenschaftliche Geographie hat un\u00fcbersehbar viele wichtige Erkenntnisse, die erst dann \u00f6ffentlich wahrgenommen zu werden scheinen, wenn sie von einem anderen Fach publiziert werden, das keine Angst vor dem eher popul\u00e4ren Medium \u201eZeitung\u201c hat. Dieses Printmedium wird in der geographischen Fachwissenschaft von den meisten als schnell verg\u00e4nglich, wenig reputationsf\u00f6rdernd, kurz: zu gering geachtet. So kommt es denn, dass zahlreiche der aktuellen Probleme aus den weiten Feldern der physischen oder der Humangeographie, die von der Politik oder den Medien als \u201eneu\u201c erkannt werden, schon lange im Geographieschulbuch aufgearbeitet worden sind. Dass sie dann doch eher Schulbuchwissen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler geblieben sind, zeigt eine gro\u00dfe oder vielleicht die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit unseres Unterrichts auf: Wie kann ich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in ihrem Leben tats\u00e4chlich zum nachhaltigen Handeln erziehen, bedeutet es doch heute immer noch, gegen den Strom zu schwimmen \u2013 und das ist m\u00fchsam und erfordert Courage.<\/p>\n<p>Diese Frage kann der Geographieunterricht aber mitnichten alleine beantworten. Jared Diamond bem\u00fcht sich in seinem Bestseller \u201eKollaps\u201c, Lehren f\u00fcr das heute notwendige nachhaltige Verhalten aus der Geschichte zu ziehen und fragt: \u201eWarum erkannten manche Gesellschaften nicht, in welchen Schlamassel sie gerieten, obwohl dies (&#8230;) offenkundig gewesen sein muss?\u201c (S. 21) Geographen erkennen heute aus der Analyse \u00f6kologischer und sozialer Zusammenh\u00e4nge, wo es im System Erde im Gro\u00dfen wie im Kleinen knirscht und \u00e4chzt. Sie m\u00fcssen es aber der \u00d6ffentlichkeit auch mit Deutlichkeit sagen \u2013 und zwar dort, wo es auch wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Die deutschen Geographen ziehen alle an einem Strang. Alle m\u00fcssen in einer pluralistischen Gesellschaft gleicherma\u00dfen durch die Qualit\u00e4t ihrer Arbeit wirken, dar\u00fcber professionell berichten und durch Sachverstand beeindrucken. Nur so kann es gelingen, in der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen zu werden und in ihr ein eigenst\u00e4ndiges Gewicht zu gewinnen.<\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Geographie hat unter Federf\u00fchrung des Hochschulverbandes f\u00fcr Geographie und ihre Didaktik (HGD) und seiner Vorsitzenden, Frau Professorin Dr. Ingrid Hemmer, \u201eBildungsstandards f\u00fcr den mittleren Schulabschluss im Fach Geographie\u201c vorgelegt. F\u00fcr ihren gro\u00dfen Einsatz m\u00f6chte ich ihr ganz pers\u00f6nlich von hier aus herzlichen Dank sagen.<\/p>\n<p>Die Bildungsstandards entsprechen nicht der Vorlage aus den USA, an der ich mich 1999 orientierte, als ich mir von der Didaktik die Formulierung von Bildungsstandards w\u00fcnschte, sondern sie entsprechen im Aufbau und in der Diktion schon vorgelegten Bildungsstandards anderer F\u00e4cher. Sie finden den Text in Ihren Tagungsunterlagen oder auch am Stand der DGfG in der Ausstellung. Die Standards Geographie\u00a0 sind von der Kultusministerkonferenz noch nicht akkreditiert, obwohl allseits das Engagement der Geographie mit Beifall bedacht wird \u2013 anderen F\u00e4chern, die im Auftrag der KMK Bildungsstandards erarbeitet haben, erhielten vor dem Beifall f\u00fcr ihre Arbeit zun\u00e4chst erhebliche finanzielle Mittel. Die DGfG hat die Bildungsstandards aus sich heraus ohne Fremdmittel erarbeitet. Die Bildungsstandards sollen den Lehrplankommissionen Hilfestellung geben bei ihrer Arbeit in den L\u00e4ndern. Sie k\u00f6nnen nicht als Lehrpl\u00e4ne \u00fcbernommen werden. Sie formulieren einen maximalen Standard, dem die konkrete Schulwirklichkeit vielleicht kaum gerecht zu werden vermag. Die Standards werden noch um Beispielaufgaben erg\u00e4nzt, und der VDSG ist dabei, den Grundlehrplan an die Bildungsstandards anzupassen. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen wir aufpassen, dass sich das Wunschdenken \u00fcber das, was die Geographie in der Schule zu leisten imstande sein k\u00f6nnte, nicht zu weit von der oft sehr n\u00fcchternen Schulrealit\u00e4t entfernt.<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>in diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich doch gerne dazu anregen, auch das Schulfach Geographie mit Gelassenheit in der Schulrealit\u00e4t anzusehen und es so einzuordnen, wie es einzuordnen ist. Das schlie\u00dft nat\u00fcrlich Forderungen nicht aus. Wir sind uns mit der \u00d6ffentlichkeit darin einig, dass Geographie in der Schule unverzichtbar ist. Wir wissen, dass diese Einsicht nicht in \u00dcbereinstimmung zu bringen ist mit dem bildungspolitischen Handeln in den meisten L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Und doch &#8211; vielleicht hilft uns solch eine Gelassenheit auch, in der Schulgeographie das zu leisten, was die Schulgeographie mit jungen Menschen bis zum Alter von achtzehn\/neunzehn Jahren manchmal zweist\u00fcndig, oft einst\u00fcndig, immer noch zu oft keinst\u00fcndig zu leisten in der Lage ist \u2013 nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vielleicht hilft uns solch eine Gelassenheit zu bemerken, dass auch das Schulfach Geographie bei aller Lebensbedeutung seiner Inhalte vielleicht doch nicht allein <span style=\"text-decoration: underline;\">das<\/span> \u201eZentrierungsfach\u201c oder <span style=\"text-decoration: underline;\">das<\/span> \u201eBr\u00fcckenfach\u201c ist, als das wir es immer wieder bezeichnen \u2013 es sind ja auch sch\u00f6ne und einpr\u00e4gsame Begriffe. Wir m\u00fcssen uns im Unterricht in unserer Klasse auf den Punkt konzentrieren, an dem zeitliche Sch\u00fclerm\u00f6glichkeit, intellektuelle Sch\u00fclerf\u00e4higkeit, individuelles Sch\u00fclerinteresse, aktive Sch\u00fclerbereitschaft, Fachpotenzial, Lehrerf\u00e4higkeit, Schulwirklichkeit, Erfordernisse des Lehrplans und die Stundentafel kongruieren. Wenn wir nur einen dieser Bereiche falsch einsch\u00e4tzen, verfehlen wir die Realit\u00e4t und sehen pr\u00e4chtige Gew\u00e4nder, wo der Kaiser nackt ist.<\/p>\n<p>Im Untertitel unseres Verbandsnamens lese ich \u201eVerband f\u00fcr geographische Bildung\u201c \u2013 vielleicht m\u00fcssen wir uns daran gew\u00f6hnen, dass die Vermittlung geographischer Bildung in Zeiten sich \u00e4ndernder Schulstrukturen sich auch in anderen Bahnen vollziehen kann, als wir es gewohnt sind. Ich meine, hier muss auch der Verband Deutscher Schulgeographen als gemeinn\u00fctziger Verband neue Gedanken ansetzen, die die Inhalte und die Vermittlung geographischer Bildung zeitgem\u00e4\u00df aktualisieren. Dazu geh\u00f6rt auch noch einmal die Erinnerung daran, dass angesichts der Bedeutung der Geowissenschaften (mit der Geographie) insgesamt und dem immanenten fach\u00fcbergreifenden und f\u00e4cherverbindenden Charakter unseres Faches es angemessen und ein Gewinn in der Bildungslandschaft w\u00e4re, wenn es neben den Schulen mit sprachlichem, Sport-, Musik- oder Kunstprofil auch die Schule mit geowissenschaftlichem Profil geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Zusammenhalt in der deutschen Geographie durch das Wirken der DGfG hat sich aus der Sicht der Schulgeographie in den vergangenen zwei Jahren &#8211; seit meiner letzten Bestandsaufnahme im Rahmen des Deutschen Schulgeographentages in Berlin vor zwei Jahren &#8211; weiter verbessert. An dieser Stelle m\u00f6chte ich dem 30. Deutschen Schulgeographentag die Gr\u00fc\u00dfe und W\u00fcnsche f\u00fcr ein gutes Gelingen des Pr\u00e4sidenten der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Geographie, Herr Professor Dr. Elmar Kulke, \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Das Bestreben der DGfG, die deutschen Geographinnen und Geographen und mit ihnen die Schulgeographen und -geographinnen gemeinsam an einem Strick und in die gleiche Richtung ziehen zu lassen, ist richtig und unumkehrbar. Nur eine gro\u00dfe gesellschaftliche Gruppe wird heute \u00fcberhaupt \u00f6ffentlich wahrgenommen. Noch immer sind wir nicht so weit: Wir sind weder besonders gro\u00df, noch werden wir erkennbar \u00f6ffentlich\u00a0 wahrgenommen. So wichtig, wie wir ihn wahrnehmen, wird unser Kongress von anderen vielleicht nicht gesehen \u2013 leider.<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie wissen, dass wir unter dem Eindruck einer immer st\u00e4rker werdenden schulischen Belastung \u2013 ich nenne nur die Stichworte \u201eGanztagsschule\u201c oder \u201ePr\u00e4senzpflicht\u201c &#8211; auch als Veranstalter des Deutschen Schulgeographentages unserem ehrenamtlichen Engagement\u00a0 f\u00fcr unseren Verband Tribut zahlen m\u00fcssen. Der Verband Deutscher Schulgeographen hat daher diesen traditionsreichen Kongress ebenso wie die anderen Teilverb\u00e4nde der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Geographie die Ihren in den neuen \u201eDeutschen Geographentag\u201c eingebunden, der erstmals schon im Jahre 2007 in Bayreuth stattfinden wird. Dort werden Geographinnen und Geographen aller Teilverb\u00e4nde der DGfG zusammen ihren Kongress veranstalten. Die Vorbereitungen daf\u00fcr laufen auf hohen Touren. Wenn sich \u2013 wie ich hoffe und erwarte &#8211; die neue Veranstaltungsform bew\u00e4hrt, wird es keinen 31. Deutschen Schulgeographentag geben und Bremen den Schlusspunkt unter die Reihe von Kongressen setzen, die im Jahre 1949 in Jugenheim an der Bergstra\u00dfe begannen und bis heute, also 57 Jahre lang, an 27 verschiedenen Orten in Deutschland und im benachbarten Ausland f\u00fcr Sie ausgerichtet wurden. Trotz einer gewissen Abschiedswehmut bin ich sicher, dass die Vorfreude auf diesen neuen Kongress berechtigt gewesen sein wird.<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, in der Delegiertenversammlung des VDSG im Rahmen dieses Schulgeographentages wird der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorstand des Verbandes Deutscher Schulgeographen neu gew\u00e4hlt. Der bisherige Vorstand wird nicht mehr kandidieren. Damit geht unsere Amtszeit nach acht Jahren zu Ende, in der ich au\u00dfer diesem noch drei andere, wundersch\u00f6ne und unvergessliche Deutsche Schulgeographentage er\u00f6ffnen durfte, in Duisburg, in Wien und in Berlin. Die acht Jahre \u00fcber haben mich meine Kollegin und meine Kollegen aus dem gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstand mit vorbildlicher, unerm\u00fcdlicher Einsatzfreude unterst\u00fctzt. Ich m\u00f6chte mich daher hier auch \u00f6ffentlich bei ihnen herzlich f\u00fcr die freundschaftliche, gro\u00dfartige Zusammenarbeit bedanken, die immer rechtzeitig anspornte, R\u00fcckhalt gab, Sackgassen aufzeigte, Warnlichter erkannte und Hindernisse wegr\u00e4umte. Ich bedanke mich aufrichtig und herzlich bei dem 2. Vorsitzenden Frank-Michael Czapek, bei dem 1. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Haas, bei der 2. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Claudia Ninow, bei Kassenwart Gerhard K\u00f6necke sowie bei den beiden kooptierten Mitgliedern Wolfgang Gerber und\u00a0 Manfred Oschwald.<\/p>\n<p>Ihnen allen, liebe Kolleginnen und Kollegen, w\u00fcnsche ich einen ertragreichen, angenehmen Aufenthalt hier in Bremen, buten und binnen. Erleben Sie Geographie, erleben Sie Bremen, erleben Sie Geographie in Bremen!<\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Begr\u00fc\u00dfung und Er\u00f6ffnung durch Dr. Eberhard Schallhorn, 1. Vorsitzender VDSG (Ausz\u00fcge) &nbsp; Verehrte Ehreng\u00e4ste, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen. f\u00fcr den Verband Deutscher Schulgeographen erkl\u00e4re&hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/252"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=252"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/252\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":291,"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/252\/revisions\/291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schallhorn.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}